Mittwoch, 12. Juni 2013

Lernfit nach dem Waldspaziergang

"Bewegung mach schlau", lautet ein Artikel in der aktuellen "Psychologie heute". In einer Studie in Finnland hat man festgestellt, dass Schüler, die sich von klein auf viel bewegt haben, bessere Schulleistungen erbringen. Also ab aufs Fahrrad, auf den Spielplatz, in der Halfpipe oder wo immer sich Ihre Kinder gerne bewegen.
Es darf auch gerne ein Waldspaziergang sein. Der sorgt nicht nur für Bewegung, sondern auch für einen klaren Kopf zum Lernen. Die Gedanken suchen sich ganz neue Wege und der Kopf wird im wahrsten Sinne des Wortes durchgepustet.
Auch dazu gibt es einen wissenschaftlichen Nachweis. Ein Forscher hat die Teilnehmer seine Studie zuerst Zahlenreihen wiederholen lassen, eine Aufgabe, bei der sie sich stark konzentrieren mussten. Anschließend mussten alle Testteilnehmer eine Stunde spazieren gehen, ein Teil von ihnen wanderte durch den Wald und ein anderer Teil bummelte durch die Stadt. Nach ihrer Rückkehr wartete erneut eine anstrengende Aufgabe und siehe da: Die Waldspaziergänger konnten sich verbessern, während die Leistungen der Stadtwanderer vor und nach dem Spaziergang etwa gleich gut waren.
Was heißt das für Kinder, die sich auf eine Klassenarbeit vorbereiten müssen, die Vokabeln pauken wollen bzw. sollen, die sich mit dem Einmaleins oder der Vorbereitung auf ein Diktat herumquälen? Zwischendurch eine Runde durch den Wald spazieren, kann auch keine Wunder bewirken, macht aber den Kopf frei, sodass das Gelernte anschließend noch besser hängen bleibt.
Als Grund wird vermutet, dass in der Stadt zu viele künstliche Reize gleichzeitig vorhanden sind: Autogeräusche, Musik aus den Geschäften, Gespräche für die Ohren und Schaufenster, Schilder, Straßenverkehr, Passanten für die Augen. Eigentlich logisch, oder?
Viel Spaß also im Wald und vielleicht sammelt Sie mit Ihren Kindern ja doch mal wieder Blätter, Astrehe und erstellen kleine Kunstwerke. Mithilfe einer Digitalkamera werden sie schnell zu einer Grußkarte, einem selbsterstellten Bildschirmschoner oder Desktophintergrund auf dem PC. So ergänzen sich Technik und Natur und ganz nebenbei wird die Fantasie auch noch gefördert!

Montag, 3. Juni 2013

Auswendiglernen - das gemeinsame Leid von Schülern und Schauspielern

Bei der Suche nach einer Antwort stieß ich auf eine Studie darüber, wie Schauspieler ihren Text lernen. Fasziniert hat mich, dass ich genau so früher Gedichte gelernt habe! Und Sie?
Schauspieler müssen ihren Text natürlich wörtlich beherrschen, sie dürfen nicht einfach etwas dazu dichten oder weglassen, auch wenn das in der Hektik schon mal vorkommt. Und dennoch lernen sie ihren Text nicht Wort für Wort, sie spielen ihn vielmehr von Anfang an. Sie konzentrieren sich auf den Sinn des Textes, auf die Figur, die sie verkörpern und darauf, wie sie sich bewegen. 


Sonntag, 12. Mai 2013

Lernen am lebenden Objekt - im Garten zum Beispiel

Als ich gestern mit der Kamera unterwegs war, sah ich einige Menschen im Garten werkeln. Das hat mich an das eigene Blumenbeet erinnert, das ich in meiner Kindheit hatte und auf dem ich pflanzen durfte, was ich wollte. Gibt es das heute eigentlich noch?
Bei mir hat das Blumenbeet nicht unbedingt dafür gesorgt, dass ich ohne ein Blumenbeet nicht leben kann, das gebe ich zu. Aber ich habe als Kind doch nebenbei gelernt, welche Blumenarten es gibt, dass die Blumen unterschiedliche Anforderungen an einen Gärtner oder eine Gärtnerin stellen, dass es wichtig ist, Blumen regelmäßig zu gießen, weil sonst nichts wächst … Letztlich baute ich im Garten nebenbei ein Grundwissen auf, das ich in der Schule immer mal wieder einbringen konnte. Unabhängig vom Schulstoff lernt man beim Gärtnern Ausdauer und Sorgfalt, Konzentration und logisches Denken.

Montag, 8. April 2013

Effektiv lernen verschafft Freizeit

Zeit ist Geld, heißt es. Für Schüler ist das wenig verlockend, wer bezahlt schon für ihre Zeit. Und trotzdem lohnt es sich, mit der Zeit sinnvoll umzugehen und clever zu lernen, denn gesparte Lernzeit ist Freizeit. Der Start nach den Osterferien ist ein guter Zeitpunkt, um das einmal auszuprobieren. Zeit sparen beim Lernen bedeutet nun nicht, einfach weniger zu lernen, sondern vielmehr effektiv zu lernen. Dazu gehört zum Beispiel:

Montag, 18. Februar 2013

Eselsbrücken - nicht für Esel

Lernen bedeutet, neue Informationen aufzunehmen, abzuspeichern, im Gedächtnis aufzubewahren und wiederzufinden. Am besten funktioniert das Gehirn, wenn es neue Dinge mit schon vorhandenen Informationen verknüpfen kann. Doch das gelingt nicht immer. Es gibt Themen, gegen die sich innerlich etwas wehrt oder die man einmal falsch gelernt hat und einfach nicht wieder aus dem Kopf bekommt.

Dienstag, 29. Januar 2013

Vom Umgang mit Fehlern

"Fehler sind das Tor zu neuen Entdeckungen." Diesen Satz von James Joyce fand ich am Freitag in meinem Sprüchekalender. Eigentlich sollte man diesen Spruch als Plakat drucken lassen und zweimal in jedes Klassenzimmer hängen. Ja, zweimal, so, dass die Schüler den Satz immer wieder sehen und so, dass die Lehrer täglich daran erinnert werden.

Leider sind viele Lehrer noch weit von einer Fehlerkultur entfernt, die Fehler als Chance begreifen. Und das, obwohl jeder von sich selbst weiß, dass er sich Dinge, die er einmal falsch gemacht hat, besonders gut merkt - aber nur dann, wenn er erlebt hat, was der richtige Weg ist.

Montag, 14. Januar 2013

Neues über Rechtschreibförderung

Diejenigen, die schon meinen Vortrag "Wenn der Fater mit dem Sone" besucht haben, wissen, dass ich wenig von Diktaten halte und viel davon, die Kinder stattdessen freie Texte schreiben zu lassen. Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht, aber bisher fehlte mir noch eine wissenschaftliche Bestätigung. Die habe ich nun erhalten.
Das Interview mit dem Frankfurter Sprachwissenschaftler Günther Thomé in der neuen Psychologie heute habe ich geradezu verschlungen. Schon der Titel "Diktate üben? Davon rate ich ganz ab!" - mein Reden seit Jahren. Schade, dass ich das Interview nicht verlinken kann. Günther Thomé hat die DESI-Studie ausgewertet, in der 8000 Neuntklässler ein Diktat schreiben mussten. Es umfasste 68 Wörter und die Schüler haben im Durchschnitt 16 Fehler gemacht. Neuntklässler! 16 Fehler! Als Grund nennt Thomé, dass die Kinder in der Schule Rechtschreibung falsch lernen. So lernen sie zum Beispiel, dass der Laut "i" "i" geschrieben wird, obwohl der lange Vokal viel häufiger "ie" geschrieben wird. Zunächst wird ihnen also etwas beigebracht, dass sie sich später mühselig wieder abtrainieren müssen. Genau das erlebe ich täglich.