Montag, 7. Januar 2013

Vorsätze für das neue Jahr


Viele Menschen beginnen das neue Jahr mit Vorsätzen, sie sehen, wo sich in ihrem Leben etwas ändern sollte. Die Blog-Beiträge aus dem letzten Jahr enthalten viele Anregungen, was Schüler und Eltern sich für 2013 mit Blick auf die Schule und das Lernen vornehmen könnten. Wie wäre es mit

Bei der Durchsicht der Tipps und bei der Lektüre zweier Biographien über die Feiertage ist mir aufgefallen, dass ich Lehrerinnen und Lehrer bisher eher ausgeklammert habe. Wie wäre es mit dem Vorsatz, Schüler noch mehr als Menschen mit Stärken, Schwächen und Visionen zu sehen? In den Lernstandsanalysen, die ich durchführe, erlebe ich oft, dass Schüler fast verzweifelt sind, weil ihre Lehrer ihr Potenzial nicht erkennen, weil sie sie niedermachen und ihnen Fehler vorhalten, statt sie als Lernchance zu sehen. (Fehler als Lernchance wird sicher der nächte Blog-Beitrag.)
Der Graf von Unheilig schildert in seiner Biographie, wie er sich mit seiner Sprach-Schwäche durch die Schule gekämpft hat und wie ein Schulleiter mit einigen wenigen verletzenden Worten seine ganze Motivation zerstört hat. Er hat ihm übrigens gesagt, er wäre nicht dafür gemacht, vor Menschen zu stehen und zu sprechen. So kann man sich irren. Es gab übrigens auch eine beeindruckende Lehrerin in seinem Leben, die ihn trotz seines Stotterns ausreden ließ und ihn vor dem Spott der Mitschüler in Schutz nahm. Doch zurück zur Förderung des Einzelnen. Volker Lechtenbrink hat nämlich genau den gegengesetzten Schulleiter erlebt. Er hat ihm für die Aufnahmen des Films "Die Brücke" schulfrei gegeben und hat damit bewiesen, dass es möglich ist, Schüler so zu fördern, wie sie es brauchen, um ihre Fähigkeiten zu entfalten. Ein schöner Vorsatz, finde ich. 
Copyright: Text: Dr. Birgit Ebbert, Foto: Ulrich Wens