Montag, 18. Februar 2013

Eselsbrücken - nicht für Esel

Lernen bedeutet, neue Informationen aufzunehmen, abzuspeichern, im Gedächtnis aufzubewahren und wiederzufinden. Am besten funktioniert das Gehirn, wenn es neue Dinge mit schon vorhandenen Informationen verknüpfen kann. Doch das gelingt nicht immer. Es gibt Themen, gegen die sich innerlich etwas wehrt oder die man einmal falsch gelernt hat und einfach nicht wieder aus dem Kopf bekommt.

In solchen Momenten benötigen Schüler spezielle Techniken, um den Schulstoff abzuspeichern, z. B. Eselsbrücken.
Eselsbrücken sind kurze, prägnante Sätze, in denen die wichtigsten Informationen, z. B. in einem Reimsatz oder in einem Satz mit gut erinnerbaren Anlauten, verknüpft werden. Diese Merktechnik eignet sich vor allem für Formeln oder Dinge, die der Schüler immer wieder vergisst – für Vokabeln ist diese Strategie nicht zu empfehlen, höchstens für ein paar besonders hartnäckige, die nicht in den Kopf wollen. Am besten helfen Eselsbrücken, wenn sie selbst erstellt werden. Einerseits wählt dann jeder Schüler die Art der Eselsbrücke, die zu ihm passt, und andererseits beschäftigt er sich schon mit  dem Lernstoff, wenn er die Eselsbrücke erstellt.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Eselsbrücken zu
erstellen. Welche wirksam ist, hängt von den Interessen des einzelnen Schülers ab.
  • Reim bilden: Er kann zu dem Problem einen Reimsatz bilden, z. B. den Zusammenhang mit bestimmten Endungen und der Großschreibung: „Hör ich ung, heit, keit und nis, ist die Großschreibung gewiss.
  • Gemeinsamkeiten suchen: Er kann Gemeinsamkeiten zwischen Lösung und Frage finden, z. B. Befindet sich Steuerbord rechts oder links? Steuerbord enthält ein „e“ wie rechts, Backbord dagegen nicht.
  • Akronyme bilden: Er kann aus den Anfangsbuchstaben der Lösung ein neues Wort bilden, z. B. für die Windrichtungen Norden, Osten, Süden Westen: Neun Ochsen singen Wanderlieder.
  • Visualisierung: Der Schüler, vor allem der visuell besonders begabte Schüler sollte diese Technik nutzen, kann sich zu dem Lernthema ein Bild ausdenken und es vielleicht sogar malen, z. B. um sich das einfache „i“ in Tiger zu merken: Einen Tiger, dessen Streifen „i“-Punkte haben.
Wichtig ist, dass die Schüler die Eselsbrücken wirklich selbst erarbeiten. In der Regel macht das Spaß, weil Unsinnssätze
entstehen oder verrückte Bilder assoziiert werden. Schon durch diese positiven Emotionen, die dann mit dem Lernstoff verbunden werden, wird das Thema verinnerlicht.
Nur im Notfall sollte man auf fertige Eselsbrücken zurückgreifen, diese dann jedoch bewusst lesen, sprechen und den Bezug zum Lernstoff noch einmal bewusst machen.
Solche Eselsbrücken sind z. B.
  •  Innen hat die Kugelei, 4/3 pi mal r hoch drei.
  • Der Nenner ist’s, der niedrig geht,
    weshalb er im Bruch unterm Zähler steht.
  • „mit, nach, von, seit, aus, zu, bei“
    verlangen stets Fall Nummer drei.
  • Lärchen schreibt man mit „ä“ wie Bäume – Lerche mit „e“ wie Feder.
  • Yesterday, ago und last
    erfordern stets das simple past.
    Yesterday, ago and last
    always want the Simple Past.
Weitere Informationen gibt es auch in diesem Artikel.